blog Maya Onken Angstfreikongress
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Blog 2025-05-13

Geben und Nehmen

Was mir mein Grossvater vorgelebt hat

Die Balance von Geben und Nehmen

Eine persönliche Geschichte von Maya Onken Die Grosszügigkeit meines Grossvaters

Wer bin ich?

Die Grosszügigkeit meines Grossvaters 

Mein Grossvater war ein betuchter Mann. Er war stets gut gekleidet, roch nach frischem Rasierwasser und sprach mehrere Sprachen. Am meisten gefiel mir als Kind, dass er in der rechten oberen Westenjacke Geld bereithielt. Es waren 5-Fränkler und 10er-Nötchen. 

Wann auch immer er das Gefühl hatte, jemand arbeite hart für sein Geld und bekäme dafür wohl zu wenig Wertschätzung, steckte er dieser Person eine dieser Einheiten zu. So bekam zum Beispiel die Person, die im Durchzug bei klirrender Kälte die Gondelkabine von Hand auf die Umleitung ganz nach oben schob, stets 10 Franken. 


Ein buddhistisches Lebensprinzip 

Mein Grossvater war zudem Buddhist. Er erklärte mir zu seiner Geste: 

„Das Leben meint es so gut mit mir. Ich habe das Glück, eine gesunde, liebevolle Familie zu haben und zudem genügend Geld, um mir ein schönes Leben zu gestalten. Wer so viel hat, sollte möglichst viel weitergeben. Denn wenn du die Balance von Geben und Nehmen nicht berücksichtigst, kann sich das gegen dich wenden.“ 


Wenn Geben zur Einbahnstrasse wird 

Hätte ich doch besser hingehört. Denn ich meinte, daraus zu verstehen: Ich muss viel geben. So verschenkte ich mein ganzes Leben lang Dinge einfach so, wartete mit Sonderleistungen auf und verlangte stets wenig oder gar nichts zurück. 

Das sollte mir ein paar Mal zum Verhängnis werden. 

Gerade als ich die Onken Academy gründete, traf ich auf Personen, die sich die Weiterbildung nicht leisten konnten. Ich bot ihnen an, die Kosten durch Arbeit und Gegenleistung zu begleichen. Doch das war oft eine Rechnung ohne den Wirt. Denn viele der Personen waren für die vorgesehene Arbeit nicht geeignet. So entstand eine Disbalance: Ich gab mehr und mehr – und bekam weniger und weniger zurück. 


Eine schmerzhafte Erkenntnis 

Ich lernte eine neue Gleichung: 
Wenn Personen so in die Schuld kommen und keine Gelegenheit und Chance haben, dies anständig zurückzugeben, bleibt ihnen oft nur eines – die Flucht und der Beziehungsabbruch. 

Das passierte mir dreimal. Und ich verstand es damals nicht – war ich doch sooo grosszügig gewesen. 


Die wahre Balance 

Heute weiss ich: Es geht um die Balance im Geben und Nehmen. Es geht darum, dass Menschen, die nehmen, auch die Gelegenheit bekommen zu geben. Und dass jene, die viel geben, auch lernen müssen zu nehmen – ganz bewusst und mit offenem Herzen.

Kontakt zu Maya Onken 

Onken Academy 
Bahnstrasse 21 · CH-8610 Uster
Tel. +41 43 211 00 11 
info(at)onkenacademy.ch

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